Berichte aus dem 1. Halbjahr 2009

Ausbildung: Technische Rettung aus PKWs in Sonderlagen

Am 2. Mai veranstaltete die Feuerwehrinspektion Bad Kötzting gemeinsam mit der Fa. Weber-Hydraulik aus Güglingen ein Seminar über die Patientenrettung aus verunfallten PKWs in besonderen Lagen. Dabei sollte die patientenschonende Rettung aus PKWs geübt werden, die sich aufgrund des Unfallgeschehens in besonders schwierig zugänglichen Lagen befinden. 
In den vergangenen Jahren fanden in der Feuerwehrinspektion Bad Kötzting bereits mehrfach Seminare zur patientenschonenden Rettung statt. Dieses Seminar, das im übrigen erstmals in dieser Form angeboten wurde, versteht sich als Aufbauseminar zu den vorangegangenen Veranstaltungen.

Die Fa. Weber-Hydraulik gehört zu den führenden Anbietern von hydraulischen Rettungsgeräten in Deutschland. Mit Albert Kreutmayr und Ludwig Fuchs waren von der Fa. Weber zwei sehr erfahrene und versierte Feuerwehr-Profis nach Arrach gekommen um den Kameraden viele Tipps und Tricks zur Befreiung von Unfallopfern zu zeigen. Albert Kreutmayr gehört zur Berufsfeuerwehr Augsburg, Ludwig Fuchs zur Berufsfeuerwehr Nürnberg. Beide sind zudem in ihrer Freizeit bei Freiwilligen Feuerwehren und im Rettungsdienst engagiert. Europaweit gehören beide zu den besten und erfahrensten Ausbildern auf dem Sektor der technischen Hilfeleistung. Zudem sind sie bei den hiesigen Feuerwehren keine Unbekannten, denn in den zurückliegenden Jahren waren sie bereits mehrfach bei unterschiedlichen Ausbildungsveranstaltungen im Landkreis Cham im Einsatz.

Die Organisation der Veranstaltung lag erneut in den bewährten Händen der Feuerwehren aus Arrach und Rimbach, die schon in der Vergangenheit mehrere Fortbildungsveranstaltungen abgewickelt hatten. 

Insgesamt waren 63 Feuerwehrkameraden aus den Wehren Arrach (15 Teilnehmer), Chamerau (6), Lam (10), Lederdorn (7), Lohberg (4), Miltach (8), Rimbach(9) und Thenried (4) zum Seminar nach Arrach gekommen. Nach einer kurzen Begrüßung durch KBI Stahl ging es in mehreren Gruppen aufgeteilt an die zwei Übungsstationen. 

An der ersten Station wartete dann auf die Teilnehmer ein PKW, der in Dachlage auf einer Leitplanke lag. Dazu hatte man eine Übungspuppe in den Pkw gesetzt, den PKW mit Hilfe eines Baggers demoliert und auf einen bereit stehenden mobilen Fahrbahnteiler geworfen. Nach einer gemeinsamen Lageerkundung und Beurteilung der Situation wurde der Pkw zunächst stabilisiert. Im weiteren Verlauf wurden eine Erstöffnung für den Zugang zur eingeklemmten Person, eine Versorgungsöffnung für den Rettungsdienst und schließlich die Befreiungsöffnung geschaffen. Die Arbeitsschritte wurden detailliert erläutert und in Diskussionen auf alternative Arbeitsschritte eingegangen. 

Die zweite Station bestand aus einem PKW nach Seitenaufprall an einen Baum – ein Szenario mit dem die Einsatzkräfte gerade in unserer Region immer wieder konfrontiert werden. Auch hier hatte man den Pkw mit Hilfe des Baggers vorher deformiert. Anschließend wurde das Fahrzeug an einen Baumstamm geschoben, der zuvor in einem Kanalschacht verankert worden war. Auch an dieser Station wurde die Vorgehensweise in den einzelnen Arbeitsschritten detailliert erläutert. 

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wurden insgesamt vier Gruppen gebildet, die jeweils beide Stationen durchlaufen mussten, so dass im Verlauf des Übungstages nicht weniger acht Autos fachgerecht zerlegt worden waren. Neben den Gerätschaften der Fa. Weber standen auch die Löschfahrzeuge und Rettungssätze der Wehren aus Arrach, Chamerau, Lam, Miltach, Rimbach und Thenried bereit. 

Die hohe Teilnehmerzahl zeugte bereits im Vorfeld vom Interesse und der hohen Erwartungshaltung der Teilnehmer. Schließlich hatte man sich ja bereits in den Vorjahren von der Qualität dieser Seminare überzeugen können. Diese Erwartungshaltung der Teilnehmer wurde auch nicht enttäuscht. Einhellig war die Meinung, dass derartige Fortbildungen eine sehr wichtige Ergänzung zu den Standardausbildungen in den Feuerwehren sei. Erneut konnten durch die versierten Ausbilder wieder wichtige Erkenntnisse vermittelt werden, so dass bereits eine Fortführung dieser Ausbildungsreihe im kommenden Jahr geplant ist.

Kreisbrandinspektor Michael Stahl war den ganzen Tag über ein aufmerksamer Übungsbeobachter und überzeugte sich von der Leistungsfähigkeit seiner Kameraden. Auch Kreisbrandmeister Heinz Schötz und Arrachs Bürgermeister Sepp Schmid machten sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Feuerwehren.

Die Feuerwehrinspektion Bad Kötzting sowie die Organisatoren der Feuerwehren Arrach und Rimbach möchten sich auch bei den vielen Unterstützern bedanken, die diese Veranstaltung überhaupt erst ermöglicht haben: für die Gestellung der Altautos bei der Schrotthandlung Riedl, Wetterfeld, Auto Weber, Arrach und Fa. Kretzer, Regen, für die Transporte der PKWs bei Fa. Bernd Aschenbrenner, Arrach und dem Kameraden Stefan Drexler, für die Holzstämme und das Rüstholz bei Alois Mühlbauer, für den Holztransport beim Kameraden Max Klingseisen, für die Gestellung von Bagger und Radlader bei Fa. Alfons Aschenbrenner, Drittenzell und Metallbau Drexler, Arrach, für die Gestellung der mobilen Fahrbahnteiler beim Strassenbauamt Bad Kötzting, bei den bereits genannten Feuerwehren für die Bereitstellung der Löschfahrzeuge und Rettungsgeräte sowie bei den vielen Freiwilligen Helfern aus den Reihen der Feuerwehren Arrach und Rimbach, die insgesamt knapp 100 Mannstunden für die Vorbereitung und Aufräumarbeiten leisteten.

 

(Bericht von Bernd Hatzinger (FF Arrach), Bilder und Film vom WebTeammitglied Fabian Fischer)

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