Berichte aus dem 1. Halbjahr 2009

ADAC-Initiative für Rettungskarten

Das die neuen Fahrzeugmodelle immer sicherer werden ist bekannt. Dass diese Sicherheit teilweise aber den Feuerwehren Probleme bereitet wissen nur die Einsatzkräfte, welche die hydraulischen Rettungsgeräte nach einem Verkehrsunfall an diesen Fahrzeugen anwenden mussten. 

Eine immer stabiler werdende Fahrgastzelle erfordert die Verwendung hochfester Stähle, die wiederum nur von Spreizern und Rettungsscheren mit sehr hohen Kräften bezwungen werden können. Zusätzliche Gefahren für die Retter stellen die immer mehr werdenden Treibgasgeneratoren für Airbags oder Gurtstraffer dar, die in Tür- und Dachholmen verbaut sind und deshalb die Gefahr besteht, diese mit den hydraulischen Rettungsgeräten zu zerstören. Dabei können Fahrzeugteile durch die Luft geschleudert werden und Insassen oder Retter gefährden.

Da jeder Fahrzeughersteller seine Fahrzeuge in eigener Weise konstruiert, kann keine generelle Aussage über die Lage der für die Feuerwehrkräfte relevanten Fahrzeugteile getroffen werden.
Aus diesem Grund hat der ADAC die Verwendung von sogenannten Rettungskarten vorgeschlagen. Dabei werden die für die Feuerwehr wichtigsten Fahrzeugdetails auf einer Karte dargestellt, die wiederum gefaltet hinter der Fahrersonnenblende aufbewahrt werden kann. 

Die Retter haben so einen schnellen Zugriff auf diese Daten und können ihr Vorgehen besser koordinieren.

Bei Versuchen des ADAC mit zwei Feuerwehrmannschaften, wobei der einen Gruppe die Rettungskarte zur Verfügung stand, der anderen aber nicht, benötigte erstere nur 18 Minuten zur Personenrettung, die zweite 9 Minuten länger!
Dies beweist den Nutzen der Rettungskarte sicherlich sehr anschaulich.

Der ADAC drängt nun darauf, dass diese Karten bei Neufahrzeugen generell mit zur Serienausstattung gehören und die Fahrzeughersteller für die älteren Fahrzeuge die Rettungskarten erstellen und veröffentlichen, damit möglichst viele Fahrzeugführer einen Ausdruck der Karte für ihr Fahrzeug hinter ihre Sonnenblende klemmen können.

Die beiden Fahrzeughersteller VW und Audi haben für ihre Modelle (auch ältere!) die entsprechenden Rettungskarten bereits zum Download bereitgestellt! Sie können hier abgerufen werden:

für VW-Fahrzeuge,

für Audi-Fahrzeuge:

Weitere Informationen und Links sind auch beim ADAC zu finden: http://www.adac.de/Verkehr/sicher_unterwegs/Unfallforschung/Infos_fuer_Rettungskraefte/default.asp#atcm:8-233808

Wir sind der Meinung, dass diese Initiative unterstützt werden sollte und zumindest jeder Feuerwehrdienstleistende und seine Familienmitglieder sich die Rettungskarte - soweit schon verfügbar - hinter die Sonnenblende seines Fahrzeugs klemmen sollte!

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