Berichte aus dem 2. Halbjahr 2002

Ölwehrkonzept der Inspektion vorgestellt

Die letzten Jahre waren geprägt von zahlreichen Öl-Einsätzen an den heimischen Gewässern. Dabei zeigten sich auch leider manche Defizite im eingesetzten Material. Dies nahm die Feuerwehrführung unter Kreisbrandinspektor Michael Stahl zum Anlass, über neue, effektivere Ausrüstungen im Kampf gegen Ölverschmutzungen auf Gewässern nachzudenken.
Man informierte sich über verschiedene Möglichkeiten und fand das „ACS-System“ der Firma Roßbach aus Hemer-Ihmert als sehr zweckmäßig im Hinblick auf die hiesige Situation am Regen.

Es waren mehrere Aufgaben zu erledigen, die in verschiedene Hände gelegt wurden. KBI Stahl warb für sein Konzept bei den Feuerwehren der Inspektion und den Bürgermeistern. In Verbindung mit dem Landratsamt Cham und dem Kreisbrandrat Johann Weber wurden die Möglichkeiten der Förderung dieser Geräte und Materialien ausgelotet. Daneben konnten drei Kameraden gewonnen werden, sich um die Einsatzplanung Gedanken zu machen.

Nach etwa 1 ½ Jahren konnte nun das fertige Konzept vorgestellt und dabei auch die Materialien den Feuerwehren übergeben werden. Den ganzen vergangenen Samstag über, kamen die Feuerwehren des Inspektionsbereiches nach Arrach um hier die bestellten Materialien für den Gewässerschutz, sowie den neuen Ölwehrplan zu erhalten und in diesen eingewiesen zu werden.

Stelle 8: Gemeinde Arrach, Seepark

              Brücke zum Seepark

              ca. 20m breit, 0,5m tief

              Fließgeschwindigkeit: hoch

Bemerkung: verkehrsgünstig gelegen, gut erreichbar für Schwerfahrzeuge, ausreichend Aufstellfläche Ufer nur stellenweise begehbar, daher Einsatz eines Bootes empfehlenswert!

Der Ölwehrplan ist entsprechend der Gemeinden entlang des Flusses Regen untergliedert. In jeder Gemeinde wurden, in Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort, die geeigneten Stellen zum Einbringen von Ölsperren ermittelt. Diese wurden dann in Karten eingetragen und die Lage mit ihren Besonderheiten kurz beschrieben. So konnten insgesamt 32 Einsatzstellen für Ölsperren bestimmt werden. Die sehr zeitraubende Planung und Ausarbeitung lag in den Händen von Bernd Hatzinger (FF Arrach), Andreas Brandl (FF Hohenwarth) und Helmut Brunnhofer (FF Ansdorf-Simpering).

Bernd Hatzinger war es auch, der die Feuerwehrkameraden im Schulungs-
raum des Feuerwehrgerätehauses anhand einer Computer-Projektion in die Details des Plans einführte. Dabei teilte er auch mit, dass im kommenden Frühjahr Übungen durchgeführt werden sollen, um die Zweckmäßigkeit und Funktionalität der Einbringstellen vor Ort nochmals überprüfen zu können.
Anschließend wurden die Kameraden von Firmeninhaber Roßbach in die Besonderheiten und Wirkungsweise seines Ölsperrensystems eingewiesen. Es handelt sich dabei um eine Kombi-
nation eines ölabsorbierenden Polypro-
pylen-Schlauches mit einer ca. 60mm eintauchenden Kunststoff-Sperrschürze. Die Schürze verhindert, dass die Sperre vom Öl unterspült wird und durch die Reduzierung der Strömungsgeschwin-
digkeit an der Oberfläche kann der Absorberschlauch die Ölmenge besser aufnehmen. 

Bei größeren Ölmengen kann die Sperre auch umgedreht eingebaut werden. Der Sorbentschlauch wird zur Reinwasserseite hin eingesetzt und wirkt nur als Auftriebskörper. Das Öl wird ausschließlich zur Uferseite kanalisiert, wo es mit geeigneten Skimmern abgesaugt werden kann.

Die einzelnen Schürzen können, durch die Möglichkeit der Verbindung untereinander, zu einer beliebig langen Ölsperre zusammengefügt werden. Da die Feuerwehren der Inspektion nun alle das gleiche System verwenden bedeutet dies, dass jede Feuerwehr mit ihrem Material einer anderen im Einsatz behilflich sein kann.

Zum Beginn der Übergabe des Materials und Vorstellung des Ölwehrplans konnte KBI Michael Stahl den Kreisbrandrat Johann Weber und die Kreisbrandmeister Heinz Schötz (KBM-Bereich Kötzting) und Reinhard Kollmer (KBM-Bereich Lam) begrüßen. Nach einem kurzen Rückblick über die Entstehungsgeschichte des Ölwehrplans dankte er besonders den drei Kameraden aus Arrach für die Entwicklung des Plans und bat darum, diesen auch zukünftig weiter zu entwickeln. Anschließend übergab er das erste Exemplar des Ölwehr-Einsatzplans an KBR Johann Weber.

Dieser würdigte in seiner Ansprache das große Engagement der Feuerwehrführung im Inspektionsbereich und dankte ebenfalls besonders dem „Umweltschutzteam“ für seine besondere Leistung. Er wies dabei auch auf die Einmaligkeit dieses Konzeptes im Landkreis Cham und darüber hinaus hin. Im Anschluss konnte er von Firmeninhaber Roßbach die ersten Teile der neuen Ölsperre in Empfang nehmen, um sie an die anwesenden Feuerwehren weiterzugeben.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Ausrüstung mit der erstellten Einsatzplanung ein hervorragende Grundlage für eine schnelle, zweckorientierte Hilfe der Feuerwehren bei Ölunfällen an Gewässern ist, um die Umwelt weitestgehend vor Schaden zu bewahren.

 

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