Berichte aus dem 2. Halbjahr 2003

Waldbrandschulung mit Hubschraubervorführung

Zu einer überaus interessanten und außergewöhnlichen Veranstaltung hatte KBI Michael Stahl die Feuerwehren aus der Inspektion Kötzting und zahlreiche Führungskräfte am 27. September nach Blaibach eingeladen.
Im "Haus des Gastes" sollten in einer theoretischen Schulung neue Informationen für die Handlungsweise beim Auftreten von Waldbränden gegeben werden.

Kreisbrandinspektor Michael Stahl konnte neben ca. 150 Angehörigen der Feuerwehren auch Mitglieder der Wasserwacht, DLRG, Bergwacht, einige Förster, Bedienstete der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamtes Cham, die KBI Muhr (Cham) und Altmann (Lkr. Regen) und zahlreiche Kreisbrandmeister begrüßen.

Als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Blaibach begrüßte auch Wolfgang Eckl die zahlreichen Zuhörer und dankte für die Durchführung dieser Veranstaltung in Blaibach.

KBI Stahl wies in seiner Einführung auf die Tatsache hin, dass 80 % der Waldbrände vom Menschen verursacht sind, davon 25 % von Erholungssuchenden am Wochenende.
Im Inspektionsbereich Kötzting mussten in diesem Jahr - bedingt auch durch den sehr trockenen Sommer - bereits acht Wald- und Flächenbrände bekämpft werden, wobei man teilweise nur knapp einen großflächigen Waldbrand verhindern konnte.

Fred Wutz (stv. Kommandant der FF Furth im Wald) erläuterte in seinem Referat neue Erkenntnisse im Bereich der Waldbrandbekämpfung.
Er erklärte die verschiedenen Arten beginnend mit dem Bodenfeuer, welches sich mit 500 - 1000 m/h ausbreitet, dem Kronenfeuer (max. 7 km/h), dem Vollfeuer (Kombination von Boden- und Kronenfeuer), bis hin zum Flugfeuer, welches Abstände von bis zu 300 m überspringen kann.
Anschließend ging er auf die Probleme der Brandbekämpfung ein, welche in erster Linie in der Löschwasserversorgung und der Zugänglichkeit bzw. der Ortskenntnis des Einsatzgebietes liegen.
Aus diesem Grund erscheint es sehr sinnvoll in Zusammenarbeit mit Ortskundigen, wie z.B. Förstern oder Holzhauern, eine Begehung und anschließend anhand aktueller Karten einen Einsatzplan zu erstellen. Dabei sollte besonders auf Ringverbindungen Wert gelegt werden, um über wasserführende Fahrzeuge im Kreisverkehr die Löschwasserversorgung zu gewährleisten.

 

Als nächster Redner informierte KBM Ludwig Kalz die Anwesenden über die "Unterstützungsgruppe-Örtliche Einsatzleiter" (UG-ÖEL), welche bei Großschadensereignissen wertvolle Hilfe leisten kann. Anhand von Bildern und Daten informierte er über die Aufgaben, die drei zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und die weiteren Geräte (z.B. ein Schnelleinsatzzelt, die Wärmebildkamera und ein Kommunikationskoffer).
(Nähere Informationen unter www.ug-oel-cham.de

Der Feuerwehrkamerad Michael Werner von der Freiwilligen Feuerwehr Amberg gab anschließend eingehende Informationen über die bei ihnen stationierten Außenlastbehälter des Typs "Smokey III".

Technische Daten:

Leergewicht: 160 kg
max. Inhalt: 860 Liter
Befüllzeit beim Eintauchen: ca. 10 Sek.
Gewässertiefe: mind. 1,50 m
Entleerungszeit: 5 bis 8 Sek.
Material: GFK

Um den Behälter in Betrieb nehmen zu können sind drei Personen erforderlich, wobei eine den Piloten durch taktische Zeichen einweist.
Die Steuerung des Ventils im Behälter erfolgt vom Hubschrauber aus durch Druckluft.

HFM Werner erläuterte auch den Ablauf eines Hubschraubereinsatzes mit Außenlastbehälter. Danach muss der Einsatzleiter diesen bei der Kreisverwaltungsbehörde anfordern, diese wiederum gibt das Ersuchen an das Bayerische Innenministerium weiter, welches dann einen geeigneten Helikopter abordnet.
Als idealer Landeplatz wurde ein Fußballplatz genannt, da hier eine ausreichend große, ebene Fläche deren  Untergrund ausreichend tragfähig und ggf. eine Flutlichtanlage vorhanden ist.

Zum Schluss gab Herr Fiedler von der Grenzschutz-Fliegerstaffel Süd (www.fliegerstaffel-sued.de) Auskünfte über Aufgaben und Ausstattung dieser Einrichtung.
So hat der BGS z.Zt. 102 Hubschrauber im Einsatz, wobei 17 Maschinen in Oberschleißheim bei München stationiert sind. Neben zahlreichen Aufgaben der Grenz-, Gebäude- und Personensicherung übernehmen die Flieger auch humanitäre Aufgaben.
So zeigte er zahlreiche Aufnahmen von den Löscheinsätzen bei den diesjährigen Waldbränden in Südfrankreich und Portugal, bei denen auch einige Helikopter des BGS Hilfe leisteten.

Nach dem theoretischen Teil sollte nun die praktische Vorführung der Einsatzmöglichkeiten von Hubschraubern und Außenlastbehältern folgen. Dazu wurden alle Teilnehmer mit drei Omnibussen zum Blaibacher See gefahren in dessen Nähe bereits zwei Maschinen des BGS auf einer Wiese gelandet waren.
Herr Fiedler erläuterte das Geschehen den Zuschauern nun mittels einer Lautsprecheranlage.

Als erstes wurde ein Transportnetz an den Lasthaken der SA 330 J "Puma" befestigt, womit Material in sonst nicht erreichbares Gelände geschafft werden kann.

Als nächstes wurde nun der Außenlastbehälter am Helikopter befestigt. Eine besondere Herausforderung für den Piloten und die Bodencrew, da der Hubschrauber dafür in nur ca. 2,50 m Höhe ruhig schweben muss.

Anschließend flog die Maschine zu einer Befüllung mittels B-Schlauch an. Dabei werden die ca. 900 Liter Wasser über eine spezielle Befülleinrichtung eingespeist.

Um die zielgenaue Löschmöglichkeit zu demonstrieren wurde das Wasser über ein älteres Polizeifahrzeug abgelassen.

Im weiteren Verlauf zeigte die Hubschrauberbesatzung am Blaibacher See die Wasserentnahme in einem Gewässer durch das Eintauchen des Behälters. Wobei anschließend das Ablassen des Inhalts in verschiedener Intensität vorgeführt wurde.

Auch die Füllung eines Faltbehälters mit einem Außenlastbehälter wurde demonstriert, wobei dabei das fliegerische Können durch die Zielsicherheit die Zuschauer besonders beeindruckte.

Zum Abschluss bestand für alle Zuschauer noch die Möglichkeit die beiden Maschinen aus nächster Nähe zu betrachten und sich durch die Piloten Detailfragen beantworten zu lassen.

Nach Aussagen von vielen Teilnehmern war diese nachmittägliche Veranstaltung eine hervorragend organisierte und sehr informative Schulung zur Waldbrandbekämpfung.

 (Bericht und Bilder vom Webteam-Mitglied Fabian Fischer)

 

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