Aktuelle Berichte

Info-Veranstaltung der FF Altrandsberg über neue Löschverfahren

Am Freitag, 09.07.2004 richtete die Freiwillige Feuerwehr Altrandsberg unter der Leitung des 1. Kommandanten Thomas Peintinger eine Informationsveranstaltung über neue Löschverfahren bei Bränden aus. Im Mittelpunkt stand hierbei die Druckluft-Schaum-Technik CAFS (Compressed Air Foam System). Aufgrund der geographischen Lage an der Grenze zu den Landkreisen Regen und Straubing waren auch etliche Feuerwehren aus den angrenzenden Landkreisen zur Veranstaltung eingeladen.

 Zu Beginn des Informationsabends begrüßte KBI Michael Stahl die anwesenden Feuerwehrkameraden, unter denen sich auch KBM Andreas Bergbauer und Führungskräfte aus den benachbarten Feuerwehr-Inspektionsbereichen befanden. Thomas Peintinger zeigte anschließend den Ablauf der Veranstaltung im Schnelldurchlauf auf. 

 Im anfänglichen theoretischen Teil erläuterte der Kommandant der Feuerwehr Altrandsberg, wie sich die Löschverfahren in Wandel der Zeit änderten. Um den Wasserschaden bei Bränden möglichst gering zu halten, machen sich Entwickler seit jeher Gedanken darüber, wie die Löscheffizienz von Wasser gesteigert und somit dessen Verbrauch verringert werden kann. Da bei Wasser der Löscheffekt mit kleiner werdender Wassertröpfchengröße und der damit verbundenen Vergrößerung der Oberfläche immer besser wird, wurde versucht, mittels besonderer Strahlrohre bzw. durch Erhöhung des Ausgangsdrucks dies zu erreichen. Weiterhin wird die Löschwirkung von Wasser durch die Zumischung von Schaum erhöht. Beim herkömmlichen Prinzip des Luftschaumverfahrens wird die zur Verschäumung des Wasser-Schaum-Gemisches erforderliche Luft mit dem Injektorprinzip am Strahlrohr zugeführt. Dem Förderstrom wird dadurch Energie entzogen. Die Folge sind niedrigere Wurfweiten. 

 

Durch die Entwicklung von Druckluft-Schaum-Anlagen (CAFS) konnte der Nachteil der niedrigen Wurfweite ausgeschaltet und zudem die Löschwirkung nochmals verbessert werden. Bei CAFS-Anlagen erfolgt die Verschäumung bereits im Aggregat durch die Zuführung von Druckluft. Dem Löschmittel wird also keine Energie entzogen, sondern zugeführt, was weitere Wurfweiten ermöglicht und extrem kleine Wassertröpfchen mit extrem guter Löschwirkung produziert. Zudem ist der Schaummittelverbrauch von 0,3 % im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren, bei dem ca. 3,0 % zugemischt werden müssen, wesentlich geringer. Ein weiterer Vorteil von CAFS besteht darin, dass der Flüssigkeitsanteil im Schaum einstellbar ist. Somit kann ein nasser Schaum mit maximaler Kühlwirkung oder ein trockener Schaum mit minimalem Wasserverbrauch hergestellt werden. Der trockene Schaum ist extrem haftfähig und haltbar. Löschmaßnahmen sind im Vergleich zu Wasser mit ca. 20% der Löschwassermenge in ca. 30% der Zeit möglich. Die herausragenden Vorteile des Druckluft-Schaum-Verfahren sind somit der enorme Sicherheitsgewinn durch die erhöhte Wurfweite sowie die Minimierung der Wasserschäden.

Im Anschluss an die theoretische Einweisung erfolgte ein Bustransfer der Teilnehmer nach Obervierau, wo die im LF 8/6 der Feuerwehr Altrandsberg vorhandene Druckluft-Schaum-Anlage praktisch demonstriert und an der Wand einer Scheune die hervorragende Hafteigenschaft des CAFS-Löschmittels dargestellt wurde. Anschließend wurden die Feuerwehrkameraden nach Rossweidmühle gebracht, wo ein Übungscontainer der Feuerwehr Altrandsberg stationiert ist. In dem Container waren diverse brennbare, schwer löschbare Materialien gelagert, die zur Veranschaulichung der hervorragenden Löschwirkung in Brand gesetzt wurden. Anhand dieses Beispiels wurden der niedrige Wasserverbrauch und die hohe Löscheffizienz einer CAFS-Anlage dargestellt.

Die Freiwillige Feuerwehr Liebenstein war ebenfalls angereist, um die in deren TSF-W eingebaute elektronische Schaummitttelzuführung FOAM-Master zu demonstrieren. Der Kommandant, Michael Aigner, erklärte die Funktionsweise der Anlage und zeigte deren Anwendung in der Praxis. Diese Anlage ermöglicht, ebenso wie CAFS, eine niedrige Zumischrate des Schaummittels. Der große Unterschied liegt darin, dass die zum Verschäumungsvorgang erforderliche Luft wie bisher erst beim Strahlrohr zugeführt wird.

 

Am Beispiel eines brennenden PKW-Motorraums demonstrierte der Kommandant der Feuerwehr Wolfersdorf, Michael Linsmeier, deren Kleinlöschgerät HiPress. Ebenso wurde vom Kommandanten der Feuerwehr Harrling, Markus Kastl, das Kleinlöschgerät HiCAFS am brennenden Innenraum des Fahrzeugs dargestellt. Diese beiden Geräte funktionieren ähnlich wie eine CAFS-Anlage, wobei hier die Luft aus einer an Geräte angeschlossenen Druckluftflasche zugeführt wird. Der Vorteil dieser Produkte sind die sehr schnelle Einsatzbereitschaft und die Handlichkeit aufgrund der geringen Größe. Daher sind sie vor allem für Klein- und Entstehungsbrände geeignet.

 Zum Abschluss der sehr informativen Veranstaltung bedankte sich der Kommandant der Feuerwehr Altrandsberg, Thomas Peintinger, bei den ca. 60 Anwesenden Kameraden für das große Interesse. Ebenso galt sein Dank den mitwirkenden Feuerwehren Harrling, Liebenstein und Wolfersdorf für deren Kommen sowie die gelungenen Demonstrationen.

(Bericht und Bilder vom Webteammitglied Michael Weiß)

 

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT!