Berichte aus dem 2. Halbjahr 2005

Große grenzüberschreitende Gefahrgutübung

Zahlreiche Mitglieder der UG-ÖEL und Feuerwehrführungskräfte des Landkreises nahmen am 3. September an einer grenzübergreifenden Gefahrgutübung auf der tschechischen Seite des Grenzübergangs Schafberg/Vollmau als aufmerksame Zuschauer teil.

Nach der Begrüßung durch hochrangige Politiker der tschechischen und deutschen Seite wurde um ca. 10.30 Uhr mit einer pyrotechnischen Explosion und einigen Rauchgranaten der Beginn der Übung eingeleitet.

Angenommen wurde der Austritt eines leicht entzündlichen und giftigen Stoffes (Acrylnitril) aus einem auf einem Parklatz abgestellten Tanklastzuges. Dies führte zu einer heftigen Explosion mit nachfolgendem Brand.
Dabei wurde mehrere Personen verletzt, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Parkplatz aufhielten. Auf einem weiteren Kleintransporter wurden mehrere Gebinde mit unterschiedlichen Gefahrstoffen durch die Explosion auf den Asphalt geschleudert, worauf sich der Inhalt teilweise auf den Parkplatz ergoss.

Die erste tschechische Feuerwehr ging aus hiesiger Sicht unverantwortlich vor, in dem sie ohne jeglichen Atemschutz und ohne Chemieschutzanzüge mit der Bergung der Verletzten und der Brandbekämpfung begann.
Erst nachfolgende Kräfte aus der Kreisstadt Taus nahmen zumindest einen Trupp unter umluftunabhängigen Atemschutz vor um die letzten Personen aus dem Gefahrenbereich zu entfernen.

Die Alarmierung des Gefahrgutzuges aus Furth im Wald und Cham, sowie des Rettungsdienstes aus dem Landkreis Cham konnte erst nach einigen Pannen vollzogen werden. Inzwischen hatte auch schon ein Gefahrgutzug der Feuerwehr aus Pilsen die Einsatzstelle erreicht.
Neben einigen Rettungswägen der tschechischen Hilfsorganisationen landete auch ein Rettungshubschrauber um einen Schwerverletzten abzutransportieren.

Die Kräfte des BRK, welche mit zahlreichen Fahrzeugen eintrafen, brauchten nur noch vier Personen übernehmen, die nach einer Dekontamination im entsprechenden Zelt der FF Cham weiter versorgt wurden.

Die Feuerwehren aus Furth im Wald und Schafberg nahmen auf Weisung der Einsatzleitung, zusammen mit ihren Kollegen aus Tschechien, mehrere Schaumrohre zur Brandbekämpfung vor. Auch der Wasser/Schaumwerfer wurde dabei eingesetzt.

Nach einem simulierten Umpumpen der übriggebliebenen Chemikalie im lecken Tankwagen wurde die Übung beendet.

Abschließend muss festgestellt werden, dass die Arbeitsweisen zur Bewältigung eines derartigen Unfalles in beiden Ländern doch sehr unterschiedlich sind. Zusätzlich hat sich gezeigt, dass die Alarmierung der nahen Hilfskräfte auf deutscher Seite noch sehr verbesserungswürdig ist.

 (Bericht und Bilder vom Webteammitglied Fabian Fischer)

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