Berichte aus dem 2. Halbjahr 2005

Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Gefahrgut und Umweltschutz"

In den zurückliegenden Jahren haben eine ganze Reihe von Feuerwehrkameraden aus verschiedenen Wehren der Feuerwehr-Inspektion Kötzting eine Fachausbildung „Gefährliche Stoffe - Technik“ absolviert. Diese gut ausgebildeten Spezialkräfte sollten nun in eine Organisationsform eingebunden werden. Damit soll eine koordinierte Aus- und Weiterbildung dieser Feuerwehrkräfte gewährleistet, sowie eine Führungsstruktur für den Einsatzfall gebildet werden. 

Der Fachberater Gefahrgut der Feuerwehr-Inspektion Kötzting, Bernhard Hatzinger, hatte daher im Auftrag von Kreisbrandinspektor Michael Stahl diese Feuerwehrkameraden am 16. September zur Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Gefahrgut und Umweltschutz der Feuerwehr-Inspektion Kötzting“ in den großen Seminarraum des Hotels Herzog Heinrich nach Arrach geladen. Unmittelbar im Anschluss fand eine Fortbildung zum Thema „Ammoniakeinsätze“ statt. Als Referenten konnte man dazu KBM Josef Bauer aus Drachselsried gewinnen, der in den zurückliegenden Jahren mehrere Einsätze mit ausgetretenem Ammoniak bewältigen musste und dadurch umfangreiche Erfahrungen mit derartigen Einsätzen sammeln konnte.

Knapp 50 Kameraden waren dieser Einladung gefolgt, weitere 15 waren aus verschiedenen Gründen verhindert, hatten aber bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt.
KBI Michael Stahl eröffnete die Versammlung und begrüßte zunächst den Referenten der anschließenden Schulungsveranstaltung KBM Josef Bauer, den fachbezogenen Kreisbrandmeister für Gefahrgut des Landkreises Cham, KBM Johann Braun, sowie die beiden Kreisbrandmeister aus der Inspektion Andreas Bergbauer und Josef Pritzl. Entschuldigen ließen sich KBR Johann Weber, der fachbezogene Kreisbandmeister für Atemschutz Christian Scheuer sowie KBM Heinz Schötz, die an diesem Abend aufgrund anderer Verpflichtungen verhindert waren.
In seiner Begrüßung schilderte KBI Stahl die Vorgeschichte, die zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft Gefahrgut und Umweltschutz führte. Er zeigte sich erfreut über das große Interesse und dankte bereits im Vorfeld allen Anwesenden, die dazu beigetragen haben, dass die Gefahrgutausbildung in der Inspektion Kötzting in den vorangegangen Jahren diese positiven Ausmaße angenommen hat und sie bereit sind diese auch fortzuführen. Auch die Führungskräfte, stellvertretend hier KBM Braun, haben dieses Engagement immer tatkräftig unterstützt. Anschließend übergab er das Wort an Bernhard Hatzinger, den neuen Leiter diese Arbeitsgemeinschaft für Gefahrgut und Umweltschutz, um deren Aufgaben und Ziele sowie einige organisatorische Punkte darzulegen.

Die Arbeitsgemeinschaft habe im wesentlichen zwei Ziele, so Bernhard Hatzinger in seinen Ausführungen. Dies sei zum einen die Organisation von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen auf dem Gebiet Gefahrgut und Umweltschutz innerhalb der Inspektion Kötzting sowie eine Strukturierung der örtlichen Fachkräfte in den einzelnen Feuerwehren. Als seinen Stellvertreter konnte Bernhard Hatzinger Armin Stahl von der FF Arrach vorstellen. Weitere Ausbilder sind Franz Aschenbrenner jun. (FF Arrach), Johannes Bergbauer (FF Miltach), Andreas Brandl (FF Hohenwarth), Alexander Engl (FF Blaibach), Franz Foidl (FF Lam), Andreas Lohberger und Gerhard Mühlbauer (beide FF Arrach). Die Funktion des Schriftführers und Leiter für Information und Kommunikation besetzt Alexander Ziereis (FF Blaibach).
KBI Stahl ergänzte die Ausführungen noch um die Überlegungen zur Namensgebung sowie zum künftigen Aufgabenbereich der Arbeitsgemeinschaft.

KBM Braun zeigt sich in seinem Grußwort tief beeindruckt von der geleisteten Arbeit und erinnerte kurz an den Werdegang der Gefahrgutausbildung in der Inspektion Kötzting, angefangen von den ersten Aktivitäten der FF Arrach vor 8 Jahren, als ihn der heutige Kreisbrandinspektor noch als Kommandant dieser Wehr erstmals ansprach. Heute sei ein beträchtliches Potential mit gutem Ausbildungsstand vorhanden. Den eingeschlagenen Weg, mit der Bildung eines Arbeitsgemeinschaft diese Aktivitäten in einen organisatorischen Rahmen zu betten, bezeichnete Braun als den richtigen und wünschte für die Zukunft viel Erfolg. Gleichzeitig sicherte er auch weiterhin seine Unterstützung zu.

Der Gastreferent KBM Josef Bauer aus Drachselsried begann seine Ausführungen mit der Vorstellung der Arbeitgemeinschaft Gefahrgut im Landkreis Regen und wies auf die Parallelen in der Namensgebung hin.

Hauptthema der Fortbildung waren Einsätze mit freigewordenen Ammoniak. Dieses findet sich noch in vielen Betrieben, vor allem Brauereien, als Kühlmittel. Nach der Darstellung der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Ammoniak ging KBM Bauer auf allgemeine Einsatzgrundsätze und taktische Hinweise ein. Am Beispiel des Einsatzes bei der Schlossbrauerei Drachselsried am 14.April diesen Jahres wurden die Ausführungen um Hinweise für praktischen Einsatz ergänzt. Dabei schilderte KBM Bauer auch die Probleme die sich im Einsatz ergeben hatten. Der Bericht über vier weitere Einsätze im Landkreis Regen mit freigewordenen Ammoniak rundete den sehr interessanten Vortrag ab. Die Aufmerksamkeit mit der die Anwesenden den Ausführungen des Referenten folgten zeigte auch, dass die Darstellung von Einsatzmaßnahmen am konkreten Beispiel der richtige Weg zur einsatzvorbereitenden Schulung ist.
KBI Stahl bedankte sich anschließend bei KBM Josef Bauer für den sehr interessanten und aufschlussreichen Vortrag, der zudem auch die Probleme, die für die Feuerwehr im Einsatz auftreten können, deutlich darlegte.
Abgeschlossen wurde die Versammlung mit der Terminabstimmung für das anstehende jährliche Training der Träger von Chemikalienschutzanzügen.

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