Berichte aus dem 2. Halbjahr 2005

Übung im Kreiskrankenhaus Kötzting

Ein Brand im Kreiskrankenhaus Kötzting, bei dem neben einem Mitarbeiter auch Feuerwehrdienstleistende verletzt wurden, war der erste Teil des Übungsinhaltes für zahlreiche Helfer von Feuerwehr und Rettungsdienst am 28. Oktober. Noch während diesem Übungsablauf sollte sich ein internistischer Notfall ereignen, so dass die Rettungskräfte umdisponieren und sich auf die neue Situation einstellen mussten. 
Um im reellen Ernstfall gerüstet zu sein wurde diese Übung von Seiten des Kreiskrankenhauses angestrengt um zudem nach der Zertifizierung der Klinik auch die hausinternen Abläufe und die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften zu trainieren.

Mitarbeiter von drei Feuerwehren der Stadt Kötzting als auch des Bayerischen Roten Kreuzes waren am Freitagnachmittag im Bereich des weitläufigen Areals des Kreiskrankenhauses gefordert.

Folgendes Übungsszenario:
Im medizinischen Lager bricht ein Brand aus. Ein Mitarbeiter ist verletzt und muss wegen der starken Rauchentwicklung unter Atemschutz gerettet werden. Routiniert liefen nach diesem Übungsstichwort die Abläufe bei den Aktiven der Feuerwehren aus Kötzting, Arndorf und Wettzell ab. Atemschutzträger rüsten sich für ihre Aufgabe aus, während parallel dazu die Vorbereitungen für eine effektive Brandbekämpfung laufen. Druckleitungen werden verlegt und Löschwasser nahe an die Einsatzstelle geleitet. Zudem wird ein Drucklüfter in Position gebracht, mit dem versucht wird durch Entfernen des Rauches die Arbeit der Atemschutzgeräteträger im Inneren zu erleichtern.

Der Mitarbeiter des Bayerischen Rotes Kreuzes bereiten indessen die Behandlung des verletzten Mitarbeiters des Krankenhauses vor und sind während der Übung dann auch noch gefordert zusätzlich zwei weitere verletzte Atemschutzgeräteträger zu versorgen.
Noch während diese Übungsaufgabe erfüllt wird trifft eine weitere Meldung ein: Ein medizinischer Notfall im Obergeschoss, Innere Abteilung, macht ein Umdenken im Übungsablauf notwendig. Nur mit Hilfe der Drehleiter der FF Kötzting ist ein Vordringen in diesen Bereich möglich nachdem – ebenfalls Übungsvorgabe – die Aufzüge wegen des Brandes nicht benutzt werden dürfen und die Treppenaufgänge verraucht sind. Am Rettungskorb wird deshalb von den Aktiven eine Krankentragenhalterung angebracht um den Verletzten aus dem Obergeschoß schonend auf die Erdgleich zu bringen und zur weiteren Versorgung dem Personal des Rettungsdienstes zu übergeben. Zusätzlich kommt ein Sprungretter zum Einsatz der die Rettung der Person absichert.

Ärtzlicher Leiter Dr. Volker Stock, Pflegedienstleiterin Paula Hamsa sowie Karl-Heinz Stelzl, Sicherheitsfachkraft des Hauses, erläutern im Pressegespräch dass seit der Zertifizierung des Kötztinger Hauses ein eigenes Notfallmanagement aufgebaut wurde. Während des Tages sind mehrere Mitarbeiter über eine eigene Rufschleife erreichbar und können mit dem Material von, an sechs Standorten im Hause verteilten Notfallsets sofort Hilfsmaßnahmen einleiten. Deshalb hat man bei dieser schon länger geplanten ersten Übung mit externen Hilfskräften die Einsatzorte auch im Hause räumlich auseinander gezogen um die Praxis des Notfallmanagementes zu testen.

Als Fazit konnten sie ziehen dass die Brandmeldeanlage funktioniert, die hausinternen Notfallstandorte passen und die Pforte der zentrale Ort für die interne als auch die externe Kommunikation, wie etwa den Rettungskräften, ideal ist. Den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sagte der ärtztliche Leiter Dank für die engagierte Mitarbeit.

Karl-Heinz Stelzl ergänzte dass die Feuerwehren schnell vor Ort waren, der Ablauf in der Pforte gut geklappt hat und die Kommunikation zur Feuerwehreinsatzleitung gut ablief. „Wir haben einiges aus dieser Übung gelernt!“, so die Sicherheitsfachkraft. Mit einer kleineren Übung das neue System zu testen, stellte Georg Barth als richtig heraus. Bei der Anfahrt sei es für alle Rettungsdienste wichtig, Bereitstellungsräume zu haben um nach einer ersten Erkundung an die richtigen Positionen weiterfahren zu können, so Kötztings Feuerwehrkommandant. Florian Heigl ergänzte die Ausführung insofern, dass die Personenrettung zu über die Drehleiter gut abgelaufen ist, obwohl die Trage gerade noch durch das dazu zur Verfügung stehende Fenster passte.
Für die Atemschutzträger wurde während der Übung das neue Notfallsystem ausprobiert. Gerhard Miethaner attestierte den Geräteträgern ein überlegtes Handeln.

Sollten die Bereitstellungsräume rund um das Haus, etwa während der Tageszeit zu eng werden gibt es die Möglichkeit den Einsatzraum zu erweitern so Bernhard Hager von der Polizei Kötzting. Dazu stünde bei einem Großschadensereignis nach einer Sperrung dann auch die Staatsstraße zur Verfügung.
Das Krankenhaus Kötzting verfügt über eine große Infrastruktur so Michael Daiminger. Sollten bei einem Ernstfall einzelne Abteilungen betroffen sein, so dürften die Patienten über viele Ausgänge den Weg ins Frei suchen. Dann wäre der Part des Rettungsdienstes enorm höher als bei dieser, in kleinerem Stil durchgeführten Übung. Als wichtig sah der BRK-Rettungsdienstleiter die Patientenverfolgung, an Hand derer nachvollziehbar sei, mit welchem Einsatzmittel Patienten in welches Krankenhaus transportiert worden sind. Einzig die Funkverbindung im Untergeschoß des weitläufigen Gebäudes merkte er als Kritikpunkt bei einem ansonsten optimalen Verlauf an.

(Bericht und Bilder von WebTeammitglied KBM Richard Richter)

 

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