Berichte aus dem 2. Halbjahr 2010

Gemeinschaftsübung Feuerwehr - Bergwacht - HvO

Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten war die Einsatzübung, die am vergangenen Abend des 3. September von der Feuerwehr Arrach gemeinsam mit der HvO-Gruppe der BRK-Bereitschaft Arrach und der Bergwacht Lam durchgeführt wurde. 
Die beiden Übungsleiter – Feuerwehrkommandant Matthias Schmid sowie Michael Schmid von der Bergwacht – hatten sich ein durchaus anspruchsvolles Übungsszenario ausgedacht und vorbereitet.

In einem Waldstück nahe Eschlsaign war ein forstwirtschaftliches Gespann umgekippt. Eine Person war dabei bis zur Hüfte unter Bäumen eingeklemmt worden. 

Als erstes traf die Feuerwehr Arrach am Einsatzort ein. Zunächst wurden der umgestürzte Anhänger und die Bäume gesichert und die verunfallte Person betreut. Parallel wurden zur Personenrettung bereits ein Mehrzweckzug aufgebaut sowie druckluftbetriebenen Hebekissen bereit gestellt. Inzwischen waren auch die „Helfer vor Ort“ aus Arrach eingetroffen und übernahmen die medizinische Betreuung des Unfallopfers – zu diesem Zeitpunkt noch durch eine Übungspuppe dargestellt.

 Anschließend erfolgte die Personenrettung mit Hilfe des Mehrzweckzuges und der Hebekissen. Nachdem die Person unter den Bäumen befreit war, wurde die Übungspuppe durch einen Verletztendarsteller aus den Reihen der Feuerwehr ausgetauscht um eine realistischere Unfallrettung darzustellen. Inzwischen war auch die Bergwacht Lam eingetroffen und unterstützte die medizinischen Maßnahmen. Dabei wurden auch alle Register der verfügbaren Rettungstechnik gezogen: Stifneck-Halskrause, ein KED-Rettungskorsett, Schaufeltrage und Vakuummatratze wurden zur Rettung des Verletzten eingesetzt. 

Zwischenzeitlich hatte sich herausgestellt, dass eine weitere Person in das Unfallgeschehen verwickelt sein sollte. Die Person war vermutlich unter Schock stehend in den Wald gelaufen, jedoch nicht mehr aufgetaucht. Die Bergwacht Lam organisierte – unterstützt von den inzwischen wieder verfügbaren Kräften der Feuerwehr – im folgenden eine Vermisstensuche. Mit vier Teams wurde das Waldstück, in dem der Vermisste vermutet wurde, systematisch abgesucht. Nach etwa einer halben Stunde wurde man ca. 200 Meter von der Unfallstelle entfernt auch fündig. Der Vermisste lag schwer verletzt unter einem Felsvorsprung und war mit den Beinen in eine Felsspalte gerutscht. Bergwacht und HvO übernahmen auch hier gemeinsam die Versorgung des Verletzten. 

Nachdem es inzwischen dunkel geworden war, übernahm die Feuerwehr die Ausleuchtung der Unglücksstelle sowie auch des Zugangs im extrem unwegsamen Gelände. 

Anschließend erfolgte erneut mit Hilfe der so genannten Mini-Hebekissen die Befreiung der Beine des Verletzten aus der Felsspalte. Nach der Lagerung auf einer Vakuummatratze erfolgte der Abtransport des Verletzten in der Gebirgstrage der Bergwacht. Diese musste aufgrund des abschüssigen und unwegsamen Geländes mit einem Seil gesichert werden. Aufgrund der Länge des Weges musste die Seilsicherung zudem mehrmals umgebaut werden. Dies übernahmen im Wechsel Einsatzkräfte der Bergwacht und der Feuerwehr, was eine enge Zusammenarbeit der beiden Organisationen erforderte.

Nach zweieinhalb Stunden schweißtreibender Arbeit, trafen sich alle Übungsteilnehmer zu einer Abschlussbesprechung im Gerätehaus der Feuerwehr Arrach. Nach der Begrüßung durch den Kommandanten Matthias Schmid erläuterten Schmid für die Feuerwehr, Ralf Schönfeld für das BRK und Michael Schmid für die Bergwacht den Verlauf der Übung. Auch kleinere Fehler wurden gefunden und angesprochen. Insgesamt waren alle Sprecher jedoch hochzufrieden mit dem Verlauf der Übung. 
Beeindruckend war auch, welch hoher Aufwand an Personal und Material notwenig ist, um eine patientenschonende Rettung aus unwegsamen Gelände durchzuführen. Auch Bergwacht-Bereitschaftsleiter Franz Mühlbauer betonte den Stellenwert dieser Übungen für eine gute Zusammenarbeit im Ernstfall und freute sich, dass nun bereits zum dritten Mal gemeinsam geübt werden konnte .Alle Beteiligten betonten zum Schluss dass diese Zusammenarbeit auch künftig fortgeführt werden soll.

(Bericht und Bilder von der FF Arrach)

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