Berichte aus dem 2. Halbjahr 2010

Gemeinschaftsübung in Untergschaidt (Gemeinde Blaibach) - Aktionswoche 2010

Als Auftaktübung der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche vom 18. bis 26. September fand am 20. September eine Übung mit allen Feuerwehren des KBM-Bereichs Miltach statt. Thomas Raab als Kommandant der Feuerwehr Blaibach und KBM Andreas Bergbauer hatten sich als Übungsobjekt eine Biogasanlage zwischen Untergschaidt und Wimbach auserkoren und dies mit dem Betreiber abgesprochen.

Um 20 Uhr wurden die 12 Feuerwehren des Bereiches und die Feuerwehr Ruhmannsdorf aus dem Landkreis Regen von Kreisbrandmeister Bergbauer per Funksammelruf zum Einsatzort beordert. Kommandant und Einsatzleiter Thomas Raab koordinierte nach dem Eintreffen der Ortsfeuerwehr das weitere Geschehen. So wurden die anfahrenden Feuerwehren erst in einen Bereitstellungsraum bei Blaibach beordert, damit es auf der engen Zufahrtsstraße nicht zu einem Stau der Feuerwehrfahrzeuge kommt und die benötigten Einsatzkräfte nicht mehr zum Übungsobjekt durch kommen.

Die Ortsfeuerwehr aus Blaibach kontrollierte bereits unmittelbar vor der Biogasanlage mit einem Meßgerät, ob Gas ausgetreten sei und somit eine Explosionsgefahr bestehen könnte. Da dies im Übungsverlauf nicht angenommen wurde, konnten die Fahrzeuge direkt zum angenommenen Brand der Holzkonstruktion über dem Generatorraum vorfahren.

Sofort begannen die Kräfte mit dem Aufbau der Schlauchleitungen zur Brandbekämpfung, das dafür notwendige Löschwasser wurde aus den wasserführenden Fahrzeugen der Wehren aus Blaibach und Miltach entnommen.

Unmittelbar danach beorderte der Einsatzleiter drei Tragkraftspritzenfahrzeuge und das LF 8 der FF Miltach zum Aufbau einer ersten Förderleitung vom Löschteich in Untergschaidt zum etwa 500 m entfernten Übungsobjekt. Während von der Feuerwehr Lederdorn eine Widerstandslinie zur angrenzenden Maschinenhalle errichtet wurde, erfolgten weitere Überprüfungen mit Gasmessgeräten. 

Trupps unter Atemschutz schlossen die Ventile der Gaszufuhr zum Generatorraum um keine zusätzliche Explosionsgefahr entstehen zu lassen.

Nachdem die erste Förderleitung die Einsatzkräfte am Objekt mit Löschwasser versorgte, wurden weitere Wehren zum Aufbau einer zweiten Versorgungsleitung aus dem Bereitstellungsraum beordert. Zwischenzeitlich drangen Atemschutztrupps in das Generatorgebäude und die Maschinenhalle vor und überprüften mit Hilfe einer Wärmebildkamera die mögliche Brandausweitung auf die angrenzenden Räume.

 

Nach Fertigstellung der zweiten Förderleitung erhielt der Schlauchwagen der Feuerwehr Chamerau den Auftrag zum Aufbau einer dritten Versorgungsleitung. Das LF 10/10 der Feuerwehr Zandt stellte am Fermenter der Anlage sicher, dass möglicherweise austretendes Gas mit Wasser niedergeschlagen und der Brand- und Explosionsschutz somit vorgebeugt wurde.

Sobald die Löschwasserversorgung für die Einsatzstelle gesichert war und der angenommene Brand mit mehreren Strahlrohren bekämpft wurde gab der Einsatzleiter das Ende der Übung bekannt.

Alle teilnehmenden Kameraden trafen sich nach dem Abbau der Gerätschaften zur Abschlussbesprechung am Übungsobjekt. Dabei erläuterte Kommandant Thomas Raab den Ablauf der Übung und die Entscheidungsgrundlagen dafür. Den Wehrmännern dankte er für den schnellen und sehr geordneten Aufbau, der auch die Zufahrt für eventuell nachfolgende Fahrzeuge zuließ. Dies stellt bei den sehr beengten Straßenverhältnissen im Ortsteil Untergschaidt eine besondere Herausforderung dar.

KBM Andreas Bergbauer verwies auf die Notwendigkeit bei einem Brand das Löschwasser vom Teich in Untergschaidt oder dem Blaibacher See zufördern zu müssen. Auf die Errichtung einer Förderleitung vom Regen wurde verzichtet, da die letzten 200 Meter zum Fluss nur fußläufig erreichbar sind und dies für die Feuerwehrkräfte besonders in der Nacht ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen würde. Die beiden LF 16 der Wehren aus Chamerau und Zandt verblieben während der gesamten Übung im Bereitstellungsraum, um für einen tatsächlichen Ernstfall im KBM-Bereich eine schnelle Hilfe gewährleisten zu können.

Kreisbrandinspektor Michael Stahl hatte die Übung zusammen mit Bürgermeister Ludwig Baumgartner beobachtet und zeigte sich ebenfalls mit dem Ablauf. Er verwies auf die besonderen Gefahren bei Biogasanlagen und verteilte an die Kommandanten "Checklisten für Einsatzleiter" bei Schadensfällen in derartigen Betrieben. Somit würden bei einem derartigen Schadensereignis auch überregionale Spezialgeräte und Fahrzeuge, wie z.B. der ABC-Zug anfahren. Wie auch die Vorredner bedankte er sich beim Betreiber für die Bereitschaft die Übung durchführen zu lassen. Dank sprach er auch den Feuerwehrkräften aus, die das Motto der diesjährigen Aktionswoche "Zupacken statt zuschauen!" in eindruckvoller Weise umgesetzt hätten.

Herr Paulus als Anlagenbetreiber erläuterte kurz die Einzelheiten der 160-kW-Biogasanlage und dankte der Feuerwehr für die Übungsdurchführung.

Abschließend begrüßte Bürgermeister Baumgartner die Anwesenden im Gemeindegebiet Blaibach und drückte seine Freude über die gelungene Übung aus. Er dankte allen Mitwirkenden und appellierte an sie auch weiterhin so engagiert wie bisher ihren Feuerwehdienst zu leisten.

(Bericht und Bilder von WebTeammitglied Fabian Fischer)

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