Berichte aus dem 2. Halbjahr 2010

Große Waldbrandübung in Tschechien

Am Donnerstag den 7.Oktober fand eine große Waldbrandübung im Bereich Klattau statt. Da auch immer mehr Gemeinden im Landkreis Cham Hilfeleistungsabkommen mit Tschechischen Gemeinden haben, nahmen KBI Michael Stahl, der Sachbearbeiter für Brandschutz bei der Regierung der Oberpfalz Herr Alois Ederer, sowie der Leiter der Flughelfer Gruppe des Landkreises Cham, Konrad Kellner gerne die Einladung an, diese Übung zu beobachten.

Pünktlich um 12 Uhr wurden hierzu die Feuerwehren des Bereichs Klattau alarmiert. Angenommen war ein großflächiger Waldbrand auf einem ehemaligen Übungsgelände des Militärs. Etwa 40 Feuerwehrfahrzeuge, welche größtenteils mit Löschwasserbehältern von 5000 bis 8000 Litern Inhalt ausgestattet sind, waren im Einsatz. Darunter auch mehrere Spezialfahrzeuge wie ein Unimog U5000 in Waldbrandausführung sowie mehrere Fahrzeuge des Zivilschutzes.

Zu Beginn der Übung musste zur ausreichenden Löschwasserversorgung eine Förderleitung von ca. 2 km Länge erstellt werden. Die A-Schlauchleitung wurde dabei mittels Wechselladerfahrzeug verlegt. Eine Somati Hochdruckpumpe beförderte das Löschwasser bei einem Höhenunterschied von 60 Meter zur Einsatzstelle.
Da angenommen wurde, dass sich der Waldbrand in Richtung der Ortschaft Polen ausweitet wurde zu deren Schutz eine 350 Meter breite Widerstandslinie errichtet. Dabei kam auch ein Löschpanzer zum Einsatz welcher vom tschechischen Zivilschutz bedient wurde. 

Der Einsatzleiter der Übung, Mayor Franz Ballohn von der Feuerwehr Klattau, führte die deutsche Delegation im Übungsgebiet und erläuterte mit Hilfe eines Dolmetschers die wichtigsten Punkte der Übung.

Zum Abschluss der Übung kam dann noch ein Helikopter der Polizei aus Prag zum Einsatz. Auf dem Übungsgelände wurden mehrere große Ästehaufen in Brand gesetzt, die nun mit Hilfe des Löschwassers im Aussenlastbehälter gelöscht werden sollten. Die Besatzung setzte dafür einen Löschwasseraußenlastbehälter vom Typ "Bambi Bucket 1000" ein. Dieser wurde mehrmals mit Wasser gefüllt bis der Waldbrand endgültig gelöscht war. Die gesamte Übung war nach knapp 5 Stunden beendet und die Feuerwehren konnten wieder an ihre Standorte zurückkehren.

Abschließend konnten die Übungsbeobachter aus Bayern die Erkenntnis mitnehmen, dass auch die Feuerwehren des tschechischen Nachbarlands über eine gute feuerwehrtechnische Ausrüstung und Ausbildung verfügen um einen Waldbrand gezielt bekämpfen zu können.

(Bericht und Bilder von Konrad Kellner, Leiter der Flughelfer-Gruppe im Lkr. Cham)

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