Berichte aus dem 2. Halbjahr 2010

Gefahrgut-Workshop in Lam

Viele Feuerwehrfahrzeuge, Martinshorn, das dumpfe Grollen von entweichendem Gas und meterhohe Flammensäulen über dem Bauhofgelände. Das Ortsbild von Lam war am 9. Oktober geprägt von den Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Gefahrgut und Umweltschutz der Feuerwehrinspektion Bad Kötzing, die ihren Gefahrgut-Workshop in Lam abhielt. 

Überrascht waren auch einige Besucher des Osserbades, sofern sie nicht die Vorberichte in der Presse gelesen hatten. Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr standen mit Blaulicht auf dem Parkplatz vor dem Osserbad. Im Technikbereich war ein Chlorgasaustritt simuliert worden. Bademeister Thomas Zitzl hatte für die Einsatzkräfte eine leere Chlorgasflasche entsprechend präpariert. Die angenommenen Gase wurden mit Sprühstrahl niedergeschlagen, Kanaleinläufe abgedeckt und die Leckage an der Gasflasche von Einsatzkräften in Chemikalien-Vollschutzanzügen abgedichtet. Als Stationsleiter fungierte Josef Frisch von der FF Lam. Er beobachtete kritisch die Übungen der insgesamt drei Einsatzgruppen, die nacheinander die Stationen abarbeiteten. In den jeweiligen Abschlussbesprechungen wurden die Übungsverläufe durchgesprochen und auch Verbesserungsvorschläge gemacht. 

Ein weiterer Einsatzbefehl führte die übenden Einsatzgruppen in die Irlgasse. Dort war auf einem Lkw eine verrutsche Ladung mit mehreren Gefahrgut-Versandstücken dargestellt worden. Dabei war auch eine Leckage an einem Fass mit Reinigungsmittelkonzentrat vorbereitet worden. Die Einsatzkräfte rückten der leichten Säure mit chemikalienbeständigen Spritzschutzanzügen zu Leibe. Das beschädigte Fass wurde in ein gasdichtes Bergefass umgepackt. Die Feuerwehr hält derartige Bergefässer an den Standorten mit Gefahrgutausrüstung vor, u.a. in Arrach. Die weiteren Versandstücke wurden überprüft und gereinigt, das ausgelaufenen Produkt – dargestellt durch Wasser – aufgenommen und gesichert. Die Stationsleitung stellten hier im Wechsel Armin Stahl (FF Arrach) und Johannes Bergbauer (FF Miltach).

Auf dem Bauhofgelände war der FireTrainer des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz aufgebaut. Mit der gasbetriebenen Brandsimulationsanlage können verschiedene Brände dargestellt werden. Zunächst wurden ein Papierkorbbrand, ein Computerbrand sowie eine brennende Flüssigkeitslache dargestellt. Höhepunkt war das brennende Gasleck. Allein schon der Anblick der meterhohen Flammensäule beeindruckte Übungsteilnehmer und Zuschauer gleichermaßen. Die richtige Einstellung des Strahlrohres sowie das korrekte einsatztaktische Vorgehen waren Voraussetzung für den Löscherfolg und das Schließen des Ventils. Lams Bürgermeister Klaus Bergbauer, der ebenso wie Kreisbrandrat Hans Weber die Übung zeitweilig verfolgte, zollte den Einsatzkräften großen Respekt. Als Ausbilder am FireTrainer waren Matthias Knobloch (FF Blaibach), Mathias Multerer (FF Arrach) und Florian Söldner (FF Rimbach) eingesetzt, die alle eine besondere Ausbildung für die Aufgabe besitzen.

Das Mittagessen wurde von Feuerwehrkameraden selbst zubereitet und in der neuen Feuerwache in Thürnstein serviert, die von der FF Thürnstein dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurde. Die umfassende Ausstattung der Wache erwies sich als besonders geeignet für die Versorgung einer größeren Anzahl von Einsatzkräften.

Die Teilnehmer am Gefahrgut-Workshop kamen aus mehreren Wehren des Inspektionsbereiches: Arrach (9 Teilnehmer), Blaibach (2), Grafenwiesen (3), Lam (9), Miltach (8), Rimbach (7) und Thürnstein (3). Der Einsatzleitwagen der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung war mit 3 Mann besetzt und fungierte als Leitstelle. Ebenso wurden von dort auch fachspezifische Informationen zu den Gefahrstoffen zur Verfügung gestellt.
Erstmals beteiligte sich auch eine Wehr aus Tschechien an einer Ausbildungsveranstaltung in unserer Region. Die Freiwillige Feuerwehr der Arracher Partnergemeinde Janovice war mit einem Fahrzeug und 8 Aktiven nach Lam gekommen. An der Seite der FF Arrach wurde vor allem der Brandschutz von den Kollegen aus Tschechien übernommen. Ebenso testeten tschechischen Atemschutzgeräteträger ihre Hochdrucklöschanlage am FireTrainer.


Nachdem die Teilnehmer des Workshops die FireTrainer-Ausbildung absolviert hatten, kamen weitere Feuerwehren aus dem Inspektionsbereich zu dieser Trainingseinheit. Hier kamen die Teilnehmer aus Engelshütt (2 Trupps), Thürnstein ( ein weiterer Trupp), Zandt (4 Trupps), Hohenwarth (2 Trupps) sowie Lohberg und Haibühl (je 1 Trupp).

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Bernhard Hatzinger bei allen Wehren und Organisationshelfern für die Unterstützung bei der Durchführung des Workshops:

- bei der Gemeinde Lam für die Bereitstellung des Bauhofes, des Osserbades und des Streckenabschnittes in der Irlgasse,
- bei Thomas Zitzl vom Osserbad für die Präparierung der Chlorgasleckage,
- bei der FF Lam für die Unterstützung bei der Organisation 
- bei den Feuerwehren Lam, Arrach, Grafenwiesen, Miltach, Thürnstein und Janovice für die Bereitstellung von Einsatzfahrzeugen und Gerätschaften,
- bei den Feuerwehren Thürnstein und Rimbach für die Spanndienste bei Abholung und Rückgabe des FireTrainer,
- bei der FF Thürnstein für die Bereitstellung der Feuerwache incl. Küche und Geschirr,
- beim Getränkehandel Ludwig Lemberger, Lam für die Gestellung des „Übungs-Lkw“,
- bei der Fa. Johann Berlinger Lohberg für die zuverlässige und unbürokratische Versorgung mit Gas,
- bei der FF Furth i.W. für die Atemschutzlogistik,
- bei den „Kochprofis“ Matthias Börmel, Ralf Schönfeld und Stephan Schmid,
- sowie bei den Ausbildern Armin Stahl, Johannes Bergbauer, Josef Frisch, Matthail Knobloch, Mathias Multerer und Florian Söldner
- sowie bei allen Aktiven für die Teilnahme. 

Das Schlusswort hatte KBI Michael Stahl, der sich gleichfalls bei den Organisatoren und den Teilnehmern für die gelungene Ausbildungsveranstaltung bedankte.

 

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