Berichte aus dem 2. Halbjahr 2010

Maschinistenlehrgang in Bad Kötzting

Feuerwehrkameraden aus der Feuerwehr-Inspektion Bad Kötzting schafften am 28. Oktober die Prüfung als Abschluss einer über vier Wochen laufenden Ausbildung zum „Maschinisten für Tragkraftspitzen und Löschfahrzeuge“. Die 42 Aktiven haben damit das nötige Grundwissen um ihrer Verantwortung in der Sonderfunktion Maschinist im Feuerwehrübungs- und -einsatzalltag gerecht zu werden. Im Verlauf des Abschlusses konnte mit Christian Aschinger von der Feuerwehr Grafenwiesen der 1.500ste Teilnehmer dieser seit 1993 auf Standortebene durchgeführten Ausbildung ausgezeichnet werden (siehe unten!).

Im Feuerwehrzentrum in Bad Kötzting verbrachten die Aktiven aus den Feuerwehren des Inspektionsbereiches Bad Kötzting acht Abende sowie zwei Samstag Vormittage um in den Aufgaben des „Maschinisten für Tragkraftspritzen und Löschfahrzeuge“ geschult zu werden. Auf dem Programm standen dabei Themen wie Dienst- oder Unfallverhütungsvorschriften, die Auswirkungen der Straßenverkehrsordnung oder auch die Aufgaben des Technischen Prüfdienstes sowie der Aufbau und die Funktion einer Feuerlöschkreiselpumpe. Neben den theoretischen Unterweisungen galt es auch die notwendigen Handgriffe zum Umgang mit Feuerlöschkreiselpumpen oder auch die Fehlersuche an Tragkraftspritzen zu erlernen.

Zusätzlich wurden die Feuerwehrdienstleistenden auch über die Funktionsweise von tragbaren Stromerzeugern, von Drucklüftern oder auch anderer Pumpen im Feuerwehrgebrauch informiert. Die Wasserförderung im Gelände verlangte von den Lehrgangsteilnehmern auch eine logistische Arbeit, nachdem dazu im Streckenbereich zwischen Kaitersbach und Wettzell eine längere Förderleitung aufgebaut wurde um die verschiedenen Aufgaben des Maschinisten in diesem Tätigkeitsfeld zu erlernen. Zudem wurden die Saugbrunnenanlage im Feuerwehrzentrum in Bad Kötzting mit in die Ausbildung integriert.

Dem für die Ausbildung zuständigen fachbezogenen Kreisbrandmeister Richard Richter standen als weitere Ausbilder Josef Gogeißl, Josef Speckner, Manfred Berger, Tobi Späth, Hans Fischer, KBM Heinz Schötz, Sven Schmuderer, KBM Thomas Raab und Christian Costa zur Seite.

Nach der abschließenden Prüfung dankte Lehrgangsleiter Richard Richter den Aktiven für die Bereitschaft die Freizeit zur Belegung des Lehrganges zu opfern. Die Aktiven erinnerte er an ihre große Verantwortung, nachdem sie in ihrer Sonderfunktion unter anderem mit den Feuerwehrfahrzeugen Mannschaft und Gerät an die Einsatzstellen transportieren. Dort heißt es dann diese mit Wasser oder Strom zu versorgen oder auch für die verschiedensten Geräte der Ansprechpartner zu sein.

In seine Dankesworte schloss der Sprecher, das Ausbilderteam mit ein, das mit viel Engagement und Wissen die Durchführung einer derartigen Schulungsmaßnahme abseits einer Feuerehrschule erst möglich macht. Gleiches galt für die Stadt Bad Kötzting für die Möglichkeit das Feuerwehrzentrum zu nutzen als auch den verschiedenen Feuerwehren, die Material und Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen.

Im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Bad Kötzting Wolfgang Ludwig sowie zahlreicher Führungskräfte aus dem gesamten Landkreis konnte Kreisbrandrat Hans Weber zusammen mit stellvertretendem Landrat Egid Hofmann an die Teilnehmer die Teilnahmeurkunden überreichen.

 

1.500 Teilnehmer am Maschinistenlehrgängen

Bis vor 17 Jahren war die Ausbildung zum „Maschinisten für Tragkraftspitzen und Löschfahrzeuge“ in einwöchigen Schulungen nur an den Feuerwehrschulen Regensburg und Würzburg möglich. 1993 wurde auf Initiative des damaligen Kreisbrandinspektors Michael Wensauer erstmals im Landkreis Cham im Inspektionsbereich Bad Kötzting ein dem Schulangebot gleichwertiger Lehrgang angeboten. Unter der Leitung von Richard Richter schafften damals 46 Aktive die Prüfungsanforderungen.

Beim Lehrgangsabschluss am Donnerstagabend im Beisein zahlreicher Feuerwehrführungskräfte des Landkreises, des stellvertretenden Landrat Egid Hofmann und Bad Kötztings Bürgermeister Wolfgang Ludwig erinnerte Richard Richter an die erfolgreiche Geschichte mit der Möglichkeit abseits von Feuerwehrschulen Aktive in einem gleichwertigen Lehrgang ausbilden zu können. Der Anfang war dabei alles andere als leicht. Es gab keine Lehrunterlagen und auch die Möglichkeiten Schnittmodelle von den gängigen Geräten für die Unterrichtsgestaltung zu erstellen forderte Ende 1992 viel Energie. Auf die Initiative von Michael Wensauer hin sollte unter der Regie des, in der Folge 1996 dann zum fachbezogenen Kreisbrandmeister „Ausbildung“ ernannten Richard Richter, am 2. März 1993 ein Lehrgang über vier Wochen gestartet werden.

46 Aktive schafften die Anforderungen der Prüfung und konnte das Zeugnis in Empfang nehmen welches sie als Maschinisten für Tragkraftspitzen und Löschfahrzeuge. Bereits 1994 schlossen sich die weiteren Inspektionsbereiche des Landkreises Cham dem Bad Kötztinger Modell an. Es wurde in den Folgejahren in allen Inspektionsbereichen diese Lehrgänge durchgeführt. Mit den 42 Teilnehmern des nunmehr 42. Lehrganges absolvierten innerhalb von 17 Jahren insgesamt 1539 Aktive, darunter auch zahlreiche Frauen dieses Lehrgangsangebot. Mit Gerhard Aschinger von der Feuerwehr Grafenwiesen konnte von Kreisbrandrat Johann Weber und Egid Hofmann der 1500ste Teilnehmer ausgezeichnet werden.

In seinem Rückblick erinnerte Richard Richter aber auch von weiteren Schritten für eine fundierte und aktuelle Ausbildung im Landkreis Cham. Es folgte 1996 die Berufung in den Arbeitskreis zur Erstellung offizieller Ausbildungsunterlagen für diesen Fachbereich. 1997 veröffentlichte das Bayerische Innenministerium schließlich diesen Leitfaden.

Ziel des Sprechers war aber immer auch die Standortausbildung mit sogenannten Saugbrunnen noch zu verbessern. Die Möglichkeit bot sich im Zuge der Erweiterung des Feuerwehrzentrums in Bad Kötzting 2005. Im Verlauf der Baumaßnahme konnte diese für die praxisnahe Ausbildung unumgängliche technische Voraussetzung geschaffen werden. Eines der Fundamente dazu war die Kooperation mit der Feuerwehrregion Pilsen mit der ein Ausbildungsabkommen geschlossen werden konnte.

Mit den Vorrausetzungen, die im Feuerehrzentrum Bad Kötzting geschaffen wurden, ist eine umfangreiche technische Ausbildung der Aktiven möglich, sind sowohl im Gebäude als auch im Umfeld dazu vielfältige Gegebenheiten realisiert worden. Dank sagte Richard Richter, deshalb allen die mithalfen dies Vorrausetzungen zu schaffen.

„Die Kommunen sind froh dass nach der Atemschutzausbildung mit der Sonderfunktion „Maschinist“ auch dieser Ausbildungszweck vor Ort durchgeführt wird“ so Wolfgang Ludwig auf die Möglichkeiten Ausbildungen auch außerhalb der Feuerehrschulen durchführen zu können eingehend. Die einzelnen Ausbilder verfügen über Fachkompetenz und mit der multifunktionellen Ausbildungsstätte bei der Feuerwehr Bad Kötzting ist Ausbildung auf hohem Niveau möglich. Bei allem technischen Fortschritt sei auch heute noch zu beachten dass ohne Löschwasser keine gezielte Brandbekämpfung möglich sei, von der Geographie her in unserer Region dieses über oftmals lange Schlauchstrecken gefördert werden müsse und deswegen das Zusammenspiel der Maschinisten einer der Bausteine für eine erfolgreiche Einsatztätigkeit sei. 

Die umfangreicher werdende Tätigkeit bedinge eine immer fundiertere Ausbildung, ergänzte stellvertretender Landrat Egid Hofmann. Die neu ausgebildeten Maschinisten bat er auch eine Vorbildfunktion auszuüben und weitere Aktive für diese Sonderfunktion zu begeistern.

Es gelte in die Zukunft zu blicken und für deren Anforderungen gerüstet zu sein so Kreisbrandrat Johann Weber. „Mit guter Ausbildung können dann auch diese Anforderungen bestanden werden“. Wir brauchen deswegen eine gute Ausrüstung und Menschen die bereit sind sich ausbilden zu lassen. Sein Dank galt Michael Wensauer der die Idee dieser Standortschulung hatte und in deren Verlauf am Donnerstagabend der nunmehr 1500ste Teilnehmer ausgebildet werden konnte. Den Ausbildern um KBM Richard Richter bescheinigte der Sprecher eine hohes Können. Im Zusammenhang mit der einzigartigen Ausbildungsstätte bei der Feuerwehr Bad Kötzting ist die Möglichkeit geschaffen auf gleichem Niveau wie an den Staatlichen Feuerwehrschulen auszubilden.

„Die Feuerwehr ist in Zukunft wichtiger denn je“ so Johann Weber abschließend nachdem er allen, die bei der Realisierung dieser Ausbildungsrichtung mitwirkten, seinen Dank abstattete.

 

(Bericht und Bilder von WebTeammitglied KBM Richard Richter)

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