Berichte aus dem 2. Halbjahr 2005

Schulungsabend "Verhalten bei Kaminbränden"

Gerade in den Wintermonaten heißt das Einsatzstichwort für die Feuerwehren oftmals „Kaminbrand“. Um für diese Einsatzsituationen alle Informationen zu haben und insbesondere sich Kenntnis über die richtige Vorgehensweise zu verschaffen, informierte Kaminkehrmeister Christian Wiesinger bei einem Ausbildungsabend am 16. Dezember Einsatzkräfte aus dem Inspektionsbereich Bad Kötzting. 

Bad Kötztings Kommandant Florian Heigl freute sich am Donnerstagabend im Feuerwehrzentrum über die Anwesenheit zahlreiche Aktiver aus den Feuerwehren des Inspektionsbereichs. „Was ist zu tun, welche Einsatzmaßnahmen sind zu treffen?“, so die Grundüberlegung zu dem Ausbildungsabend zu dem Christian Wiesinger, Kaminkehrermeister und zugleich stellvertretender Kommandant in Bad Kötzting referierte. 

Der Kaminkehrer ist unter anderem für die richtige Bauweise oder auch Pflege eines Kamins zuständig, die Feuerwehr in einem Einsatzfalle dafür, eine Ausbreitung zu verhindern, so Christian Wiesinger zu der Trennlinie der Aufgaben der der beiden Institutionen.

Die Geschichte des Kaminbaues geht dabei schon in das 10. bis 11. Jahrhundert zurück in dem der Rauchfang entstand. Etwa ab dem 15. Jahrhundert wurde Steinöfen mit Kaminen verwendet. Im aktuellen Kaminbau wird unterschieden in einschalige und, mit der Weiterentwicklung im Bauwesen einhergehend, aktuell in zwei- oder mehrschalige Kamine.

Ursachen von Kaminbrände sind in der Hauptsache die Entwicklung von Hart- oder Glanzruß im Kamininneren. Feuchter Brennstoff, ungeeignete Feuerstätten, falsche Bedienung, falsche Brennstoffstückigkeit sind einige der Gründe warum diese Rußablagerungen entstehen, so der Sprecher. Erkennbar ist ein Kaminbrand meist an starkem Funkenflug, massiver Rauchentwicklung oder auch Flammenaustritt am Kaminkopf. 

Gefahren eines Kaminbrandes sind nicht nur auf den direkten Kaminbereich beschränkt, sondern können etwa durch Funkenflug auch weiter getragen werden, so Christian Wiesinger. Die Feuerwehr sollte in einem Einsatzfall insbesondere mit einer Wärmebildkamera die Randbereich um den Kamin untersuchen, um sich Informationen über Temperaturverhältnisse zu verschaffen. Über 1.000 Grad im Inneren und bei einschaligen Kaminen im Außenbereich bis zu 270 Grad können vorkommen, so der Fachmann weiter. Bei zweischaligen Kaminen sind die Außentemperaturen bauartbedingt entschieden geringer.

Als weitere Einsatzmaßnahmen empfahl Christian Wiesinger zu erkunden, wie weit ist der Brand fortgeschritten sei. Dies bedeutet etagenweise jeden Raum zu untersuchen, der an den Kamin anschließt und den Bezirkskaminkehrermeister zu informieren. Als Eigenschutz der Einsatzkräfte sollte ein Handlöschgerät im Innenbereich bereitstehen und im Außenbereich eine Löschwasserversorgung bis zur Haustür verlegt werden. Aber es darf auf keinen Fall ein Kaminbrand mit Wasser gelöscht werden, da die durch die Hitze bedingte Volumenausweitung des Wasser sogar den kompletten Kamin oder Hausteilen zum Einsturz bringen könnte. Unter Aufsicht des Kaminkehrermeisters sollte der Kamin weiter ausbrennen und der abfallende Ruß von diesem, seinen Mitarbeitern oder den Einsatzkräften entfernt werden.

 

Für den 14. Januar, Beginn 19.30 Uhr kündigte Florian Heigl abschließend noch einen weiteren Ausbildungsabend mit dem Thema „Photovoltaikanlagen und Brandmeldeanlagen“ an.

(Bericht und Bilder von WebTeammitglied KBM Richard Richter)

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