Einsatzberichte aus dem 2. Halbjahr 2005

Glutnester im Wald bei Bodenmais

Am Abend des 12. Oktober hatte ein nicht sehr alltäglicher Einsatz für die Feuerwehrkameraden aus dem Nachbarlandkreis Regen zur Folge, dass auch Kräfte aus der Inspektion Kötzting angefordert wurden.
Nachfolgend der Bericht von KBM Josef Bauer aus Drachselsried:

Eine Baumfällaktion im Rissloch, bei der morsche Bäume entlang der Wanderwege im Rissloch bei Bodenmais von einer Bundeswehrspezialeinheit gesprengt wurden, hat am Mittwochabend einen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. 

(Bilder von den Sprengvorbereitungen während des Tages.)

Gegen 18 Uhr wurde der Freiwilligen Feuerwehr Bodenmais mitgeteilt, dass an zwei Stellen bei den Risslocher Wasserfällen oberhalb des dortigen Wanderweges Feuerstellen im Wald sind, aus denen der aufkommende Wind Funken in den umliegende Wald treibt.

Zwei Löschgruppen der Feuerwehr Bodenmais unter Führung von Kommandant Alfred Weikl und Kreisbrandmeister Josef Bauer, unterstützt von einem Feuerwehrkameraden mit einem Geländemotorrad zur Erkundung und einem Forstwirt mit einem Traktor machten sich von der früheren Sprungschanze im Rissloch aus zu Fuß auf die Suche nach den Brandstellen. Die Feuerwehrfahrzeuge mit der modernen Löschtechnik mussten am Parkplatz an der Risslochschanze stehen bleiben, weil der schmale der Wanderweg nicht befahrbar ist. Stattdessen wurden Eimer, tragbare Feuerlöscher, eine Motorsäge und Taschenlampen benötigt.

Nach einer längeren Suche in unwegsamen Rissloch wurden die Brandstellen gefunden. Durch die bei der Sprengung auftretende Hitze wurde das gesplitterte Holz von zwei Buchen und die dazugehörenden Baumstümpfe in Brand gesetzt. Der aufkommende Wind hat das Feuer angefacht und beim Eintreffen der Löschgruppe hatte es sich bereits entlang einer liegenden Buche ausgebreitet. 

Die Bekämpfung dieser beiden Kleinbrände war für die Einsatzkräfte sehr beschwerlich, denn sämtliches zum Löschen notwendiges Wasser musste in der inzwischen eingetretenen Dunkelheit aus dem Rissbach mit Eimern über steinige schmale Wanderwege und dann über einen extrem steilen Hang zu den Brandstellen über mehrere hundert Meter hinaufgetragen werden. 
Zur Unterstützung wurden auch vier tragbare Druckluftschaumlöscher (High-Press-Löscher) über KBI Michael Stahl aus dem Lamer Winkel (FF Thürnstein, FF Lam, FF Arrach und FF Hohenwarth) angefordert, die aber nicht mehr eingesetzt werden mussten. Dort sind die meisten Feuerwehren mit diesen tragbaren Kleinlöschgeräten ausgerüstet, welche sich bereits bei zwei kleineren Waldbränden im unwegsamen Gelände am Kaitersberg bewährt haben.

Der endgültige Löscherfolg stellte sich erst ein, nachdem der brennende Buchenstamm mit der Motorsäge scheibenweise zerteilt wurde. Die angekohlten und teilweise noch glühenden Baumscheiben wurden über den Steilhang auf den Wanderweg herabgelassen und dort mit den Wassereimern abgelöscht.
Gegen 21.00 Uhr war das Feuer gelöscht und die Feuerwehr konnte nach diesem anstrengenden Einsatz entlang des Rissbaches den Rückmarsch zu den Fahrzeugen antreten.

 (Bericht von KBM Josef Bauer, Drachselsried; Bilder von Johannes Fuchs, Bayerwaldbote)

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